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Zeittafel
 

1049 Erste urkundliche Erwähnung der romanisch-gotischen Feudal-Ritterburg Plötzkau in den Urkunden Anales Saxo und Anales Magdeburgenses (Kloster zu Magdeburg).
1069

Bernhard I. ist der erste Plötzkauer Graf auf der Burg. Er entstammt dem Adelsgeschlecht der Edlen von Kakelingen/Hecklingen.

1130

Graf Helperich war letzter Nachfahre Bernhards I.. Er hatte zwei Söhne, Konrad II., Bernhard II. und eine Tochter, Irmengard.

1131

Sohn Bernhard II. starb 1147 auf dem Kreuzzeug der Ordensritter unter Führung Konrad III. in Kleinasien.

Die Tochter Irmengard wurde Nonne bzw. Äbtissin im Kloster der Benediktinerinnen zu Hecklingen, nach ihr Gatte, Udo von Freckleben bei Gebietsstreitigkeiten mit dem Askanier Albrecht dem Bären ums Leben kam.

Beide Söhne und die Tochter starben kinderlos und somit starb das erste Plötzkauer Grafengeschlecht aus.

1139

Zerstörung der Burg durch den Erzbischof Konrad von Magdeburg im Zuge von Streitigkeiten zwischen Askaniern und Welfen. Die Burg wird in kurzer Zeit wieder aufgebaut.

1152

Ab diesem Jahr im Besitz der Askanier, Albrecht dem Bären.

1170

Albrecht der Bär stirbt. Er wird in der Krypta zu Ballenstedt beigesetzt. Das Grabmal ist noch heute zu sehen. Danach wird die Burg Plötzkau Eigentum der Grafen von Anhalt.

1180-1260

Besitztum der askanischen Herzöge von Sachsen, bis 1422 ist Burg Sachsen-Wittenberg zugeordnet.

ab 1435

Ab dieser Zeit im Besitz Anhalt-Bernburgs.

1566-1573

Umbau zum Renaissance-Wohnschloss unter Einbeziehung der Grundmauern, der Kellergewölbe und verschiedenen Bauteilen der Untergeschosse der romanisch-gotischen Rundburg. Das Schloss wurde mit 70 bewohnbaren Zimmern, einem prächtigen Fürstensaal mit wertvollen Sandsteinkamin von 1567 und einem streng geheimen Gemach ausgestattet. Die Dächer sind mit 21 kunstvoll verzierten Zwerchhäusern (Giebel) verziert und der Turm auf 37 Meter erhöht wurden.

1611

Christian I. von Anhalt-Bernburg verkauft Schloss und Amt Plötzkau an seinen Bruder Fürst Augustus. Somit entsteht das kleinste Fürstentum Anhalts, mit einer Gesamtgröße von 40 Quadratkilometern, eigener Münze und Gerichtsbarkeit. Nach dem Tode Augustus diente das Schloss ab 1655 verschiedenen Fürstenhäusern Anhalts als beliebter Wohn- und Aufenthaltsort.

1623

Mit Lehensreitern und 20 Kriegsknechten erhält das Fürstentum eine eigene Armee. Das Ländchen umfasste 40 Quadratkilometer und hatte 2000 Bewohner.

1665

Die Linie Anhalt-Köthen stirbt aus, die Herrschaft Köthen fällt laut Erbvertrag an den Fürsten von Plötzkau. Das Fürstentum Anhalt-Plötzkau erlosch nach 54jährigen Bestehen.

1709

Fürst Wilhelm aus der Linie Harzgerode-Bernburg stirbt auf Plötzkau. Das Schloss fällt an die Linie der Bernburger Fürsten.

1741

Unterbringung einer Lackwarenfabrik für japanische Lackmalerei, sowie einer Tabakwarenfabrik. Es begann der traurige Abstieg dieses schönen Renaissanceschlosses in eine ungewisse Zukunft.

1841-1884

Nutzung des Schlosses als Straf- und Besserungsanstalt für Männer und Frauen. In der Strafanstaltsordnung ist zu lesen, dass insbesondere "Trunkenbolde, Landstreicher oder arbeitsscheue Elemente" untergebracht wurden.

1884

Im Oktober das Jahres wurde das Schloss Teil der Domäne.

1945

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges diente das Schloss als Wohnstätte zahlreicher Flüchtlingsfamilien bis in die siebziger Jahre, einer einzelnen Frau sogar bis 1990.

1980

Erste Erhaltungs- und Sicherungsmaßnahmen, insbesondere im Turm unter Leitung und aufopfernden handwerklichen Einsatzes des Plötzkauer Lehrers Herrn Bartel. Ihm und einer Schar engagierter und interessierter Plötzkauer Bürger ist es zu verdanken, dass der Turm überhaupt wieder begehbar wurde.

1996

Die Schlossanlage geht in das Eigentum der Stiftung "Dome und Schlösser" des Landes Sachsen-Anhalt über.

2000

Gründung des Vereins "Schloss Plötzkau" e.V., ab September 2000 Aufbau einer Kinderkemenate in den Räumlichkeiten des Turmes und im Prinzenhaus.

2001

Ab September 2001 wird ein interessantes Turmmuseum aufgebaut. So fand bereits ab Mitte September eine umfangreiche Ausstellung mit Stühlen verschiedener Stil- und Zeitepochen statt.

2002

Im Jahr 2002 öffnet eine weitere Ausstellung mit archäologischen Funden, welche beim Bau der Bundesautobahn 14 auf Plötzkauer Gebiet geborgen wurden. Diese stammen aus der Zeit der Besiedlung des Gebietes im Zeitraum von 2000 bis 5000 vor Christi.

2006

Kreuzritterausstellung "Salam aleikum - Heil über Euch" wird eröffnet. Die Ausstellung stellt den Kampf Bernhard II., Graf von Plötzkau, in der Schlacht bei Doryläum am 26. Oktober 1147 gegen die Türkischen Seldschuken dar.

2008

Eröffnung der Sonderausstellung "7000 Jahre Landwirtschaft". Die Ausstellung gibt auch anhand zahlreicher Fundstücke einen Überblick über die Entwicklungsgeschichte der Landwirtschaft in den letzten 7000 Jahren.

2009 Umfangreiche Arbeiten zur Umfeldgestaltung des Schlosses. Unter anderem wird ein Rundweg angelegt. Die Stiftung Dome und Schlösser investiert insgesamt 250.000 Euro.